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Sechs Gitarristen an einer Gitarre und Musik zwischen allen Stühlen: Kuriosität und Extravaganz bei den Klangspuren. (Markus Hauser, Tiroler Tageszeitung) INNSBRUCK/ HALL. Preisfrage, bei der es außer neuen Erkenntnissen nichts zu gewinnen gibt: Wie vieler Gitarristen bedarf es, um die sechs Saiten der Gitarre zu spielen? Einen werden Sie sagen und damit liegen Sie auch goldrichtig. Schließlich hat die Musikgeschichte bewiesen, dass sich auf diese Weise glanzvollste Konzertstücke und grenzenloses Virtuosentum realisieren lassen. Den Gegenbeweis, dass man für diese Töne auch sechs Musiker verwenden kann, lieferten am Freitag die Gitarristen Martin Philadelphy, Martin Siewert, Burkhard Stangl, Didier Hampl, Karl Ritter und dazu „zithernd" Christof Dienz im Treibhaus. Jeder der Gitarristen und Christof Dienz auf der Zither hatte die Saiten seines Instruments ausschließlich auf einen der sechs Töne gestimmt, mit dem Resultat einer großen Gemeinschaftsgitarre auf der Bühne. Ein exzellent an Schlagzeug und Percussion agierender Lukas Ligeti legte die Beats vor, an denen sich Philadelphy und Co gegens(a)eitig Ideen und Klangsträuße zuwerfend genüsslich austoben konnten. Stilistisch griff man dabei in Klangtöpfe, die schon vor Jahren von Jimi Hendrix, Pink Floyd und der Psychodelik-Dynastie gefüllt wurden, mischte das Couleur mit einer Prise Jazz ab und malte einmal mit groben gestischen und ein anderes Mal mit zarten impressionistischen Pinselstrichen beeindruckende Stimmungsbilder. Dass es dazu allerdings gestandener Gitarristen und eines nicht minder versierten Zitherspielers bedurfte, versteht sich von selbst. Zwar war der Barregriff das Haupttransportmittel für die akustischen Äußerungen des Abends, erlaubt war aber jer de nur erdenkliche Technik, denn für Experimente dieser Art muss einem sein Instrument mehr als nur ans Herz gewachsen sein.
Klangspuren 05 (20er, Ibk) ... Nach einer kurzen Pause und einer Übersiedelung in den Treibhausturm waren wir - zumindest glaubten wir das - bereit für den zweiten Teil dieses Abends. Martin Philadelphy und Freunde, d.h. Karl Ritter, Burkhard Stangl, Martin Siewert, Didier Hampl und Lukas Ligeti versuchten sich an einem sehr speziellen Projekt. Die Formation setzte sich zusammen aus fünf Gitarren, einer Zither und einem Schlagzeug. Das Besondere daran war neben dieser Besetzung vor allem, dass jedes einzelne Saiteninstrument auf je einen Ton gestimmt war. In Summe sollte das dann die Klangwelt einer einzigen, riesigen Gitarre ergeben. Das Ergebnis dieses Klangexperimentes traf auf sehr unterschiedliche Zustimmung im Publikum. Die Reaktionen reichten vom fluchtartigen Verlassen des Saales bis zur Forderung nach Zugabe und begeistertem Applaus. Auch die Reaktionen innerhalb der Schreibwerkstatt bewegten sich im gleichen Spektrum. Ein Teil von uns ging noch während des Konzertes, der Rest blieb bis zum Ende. Möglicherweise waren die vielen Gitarren auch ein wenig zu laut für die Akustik des Treibhausturmes. Alles in allem war es aber für uns ein sehr spannender Abend mit einem nicht alltäglichen Klangerlebnis.
Klangspuren Schwaz (Jazzzeit) »Der Hörer aber wird reicher das Festival verlassen, als er es betritt...« Dieses Versprechen wird dieses bzw. eigentlich DAS Festival der neuen Musik in Schwaz/Tirol jedem aufgeschlossenen Hörer gegenüber halten können. Neben Länder- (Polen, Lettland) oder Komponistenschwerpunkten (Georg Friedrich Haas, Helmut Lachenmann) und dem bewährten Konzept der Klangspuren, internationale Interpreten und Komponisten mit Tiroler Musikern und Komponisten zusammenzubringen, liegt ein weiterer Fokus heuer auf der Gitarre. Hier trifft man auch auf in der Jazz-Szene nicht unbekannte Namen wie Martin Philadelphy, Burkhard Stangl, Martin Siewert, Christof Dienz, Didier Hampl und Lukas Ligeti. Mit dem Norweger Terje Rypdal ist einer der weltweit bekanntesten Gitarristen bei den Klangspuren zu Gast.l
Sechs E-Gitarren für ein Halleluja (Tiroler Tageszeitung) Im Rahmen der Klangspuren präsentiert der Vollblutmusiker Martin Philadelphy ein völlig neuartiges Projekt. INNSBRUCK (pl). „Es ist ein physikalisch-musikalisches Projekt", erklärt Martin Philadelphy. Eine „übergroße Gitarre" soll entstehen, wenn Philadelphy mit fünf weiteren Gitarristen in die Saiten haut. „Der erste Gitarrist spannt sechs gleiche E-Saiten, die er auch auf E stimmt, auf seiner Gitarre auf. Der Nächste spannt sechs A-Saiten und so weiter. So entsteht eine, durch das sechsfache Klangvolumen verstärkte, übergroße Gitarre!", erklärt Philadelphy die Idee. Alle Stücke, die bei dem Projekt „Paint 6to6 String Dezibel" am Freitag, 16. September, im Treibhaus gespielt werden sind entweder Eigenkompositionen aus der Feder von Martin Philadelphy oder Interpretationen. Philadelphy, der sich „seit zwölf Jahren ausschließlich der Musik widmet", ist überzeugt, dass seine Musik für jeden etwas bietet: „Von Klassik bis Rock wird eigentlich alles abgedeckt. Natürlich wird auch gegroovt!".
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