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review blind idiot gods

Blind Idiot Gods: Animalation Den rastlosen Tiroler Musiker Martin Philadelphy darf man sich als Mischung aus bekifftem Sängerknaben, Waldschratt und Frank Zappas illegitimem Sohn vorstellen. Sein aktuellstes Duoprojekt mit Stephan Sperlich (Synthesizer, Elektronik) gibt sich betont zugänglich, mit den beinahe gleichnamigen amerikanischen 80er-Jahre-Rockmathematikern Blind Idiot God hat es nichts gemein. Stimmungsvoll bewegt sich das bisweilen um Bass und Schlagzeug erweiterte Duo zwischen freundlichem Tom Waits, verspieltem Denkerpop und doppelbödiger Kuscheligkeit; das Ergebnis tönt facettenreich, aber kein bisschen zerfahren. (Stöger, Falter, 2010)

Schön verspielt: Delikate Melodien in rauer Schale.
Labelchef Walter Gröbchen bemüht im Pressetext gleich den Theaterberserker Werner Schwab: „Wir sind in die Welt gevögelt und können doch nicht fliegen." - Die Blind Idiot Gods können es seiner Meinung nach. Dieses aus Martin Philadelphy (Stimme, Gitarre) und Stephan Sperlich (Synthesizer, Elektronik) und Gästen wie dem wunderbaren Bassisten Philipp Moosbrugger bestehende Klangkombinat singt abwechselnd Deutsch und Englisch. Eigentlich eine Todsünde. Irgendwie geht das auf ihrem musikalisch äußerst delikaten Debüt Animalation dennoch durch. Die englischen Zeilen haben sie mit der New Yorker Sängerin Jane Le Croy gebastelt. Die Texte handeln, egal in welcher Sprache, vom Tierischen im Menschen, vom Menschlichen im Tierischen. Klingt alles ein wenig aufgesetzt, tönt aber äußerst kurzweilig. Attraktive Melodien, eine ansprechend raue Instrumentierung und viele Verspieltheiten machen aus Animalation ein unprätentiöses Meisterwerk, das wohl gute Chancen hat, auch im Ausland zu reüssieren. Der bunten Menagerie gehört auch „Der gestiefelte Kater" an, der gefährlich um die Ecken schleicht wie sonst nur John Wayne im Western. Höhepunkte sind guttural dargebrachte Schnurren wie „Slingshot" und „Elephant Cat", wo das In-sich-Ruhen und die Revolution einander näher gebracht werden. Wem noch ein wenig nach Wackeln unter der Disco-Kugel zumute ist, dem empfiehlt sich das böse, aber sehr schöne „Rats".
(NOW, Samir H. Köck 04.2010)

Martin Philadelphy slows things down considerably, adding a slow burn blues feel the song somehow deserves. (Chicago, usa, 2010)

Die Blind Idiot Gods sind eine Formation, in welcher der sich immer mehr selbst zur Kunstfigur stilisierende Martin Philadelphy das Sagen hat. Nach seiner CD mit Texten von Robert Gernhard und seiner Arbeit “Elektro Farmer" mit Stephan Sperlich und Philipp Moosbrugger, beide CDs wurden von der Kritik hoch gelobt, produzierte er nun mit Stephan Sperlich einen richtig dreckigen Bastard. Ob es nun Jazz. Rock Rap oder weiß Gott was ist. Es klingt herrlich. Es hat verdammt viel Humor, es hat Ecken und Kanten, es unterhält, es macht Lust auf mehr, und es ist auch Radiotauglich. Die Chance auf einen größeren Hörerkreis ist also gegeben, und damit sollten auch Live Gigs möglich sein. “...denn nur vom Applaus der Kritiker kann selbst der genügsamste Musiker ja wohl kaum leben. Eh wurscht" würde Martin Philadelphy sagen, wenn man ihn darauf ansprechen würde. “Ich habe gemacht, was ich machen musste, was eben in mir war, vollkommen egal, wie es klingt." Dieser hypothetischen Antwort, dieser imaginierten Replik auf eine nie gestellte Aussage kann man nur entgegensetzen: ”Mach weiter so Martin, denn Typen wie dich braucht das Land!" (akro, Concerto, 02.2010)

BLIND IDIOT GODS
Dieses heimische Duo, bestehend aus Martin Philadelphy und Stephan Sperlich, produziert launigen Pop, der stellenweise nach der britischen Band Elbow klingt, andernorts wirkt, als hätte es Tricky schwer bekifft zu einem Gesangsbeitrag überredet, während ein Stück - Skills - wie ein bereinigter elektronischer Blues klingt, der Tom Waits dann doch ein wenig zu gerade montiert worden war. Für manchen Geschmack mögen Blind Idiot Gods zu viel auf einmal versuchen, wer aber ein abwechslungsreiches und durchaus verwegenes Album sucht, wird von "Animalation" bestens bedient. Übrigens: Auf Myspace hat die Band, die man nicht mit der sehr ähnlich benannten 1980er-Jahre-US-Formation Blind Idiot God verwechseln darf, zu diesem Zeitpunkt gezählte sieben Freunde. Was uns das sagen soll? Man weiß es nicht. Das Internet ist eh überbewertet. Jedenfalls hat man es hier nicht mit dem neuesten Myspace-Hype zu tun, so viel ist sicher. (Fluch,DER STANDARD, 1.2010)

Independent-Sound im Cinema
Sie nennen sich „Blind Idiot Gods“ und sind eine äußerst schräge 2-Mann-Truppe, die mit feinem Independent Sound in keine Schublade zu stecken ist. Das Debütalbum heißt „animalation“, was erklärt, warum die meisten Songs von Tieren handeln.(st. pölten tv, 2010)

Hinter dem Bandnamen stecken die österreichischen Musiker Martin Philadelphy und Stephan Sperlich. Auf "Animalation" gibt es skurrile Songs über Ratten, Fische, Vögel, den gestiefelten Kater und Kalif Storch in deutscher und englischer Sprache zu hören.
u8232 Martin Philadelphy, 38, ist der König der schrägen Pop-Experimente in Österreich. Nachdem der umtriebige Sänger und Gitarrist aus Innsbruck zuletzt mit ambitionierten Vertonungen von Robert Gernhardt Gedichten für Aufsehen sorgte, präsentiert er jetzt das nächste interessante Projekt. Bei "Blind Idiot Gods" hat Martin Philadelphy im Duo mit Stephan Sperlich, der für die elektronischen Verzierungen sorgt, vierzehn skurrile Pop-Songs verfasst, die diesmal hauptsächlich im Tierreich angesiedelt sind. Einige Texte entstanden in Zusammenarbeit mit der New Yorker Lyrikerin Jane Le Croy, als Gastmusiker sind Philipp Moosbrugger (Fatima Spar) am Bass und Erwin Schober an den Drums zu hören.
Ein Kamel zu sein, das ist praktisch.
Doch Obacht: Die Blind Idiot Gods benutzen die verschiedenen (Tier)Masken zumeist nur als Metaphern, um auf die seelischen Tiefen und Untiefen des "Human Animal" Mensch aufmerksam zu machen. Oder doch nicht? Darauf muss sich jede/r selbst einen Reim machen. Musikalisch sind die Blind Idiot Gods eine aufregende Mischung aus Pop & Rock-Einflüssen und der Ungezwungenheit, Improvisationskraft und Virtuosität des Jazz (vor allem live). "Animalation" ist ein ungewöhnliches Album, das sich einer voreiligen Genre-Zuordnung mit Bravour entzieht. Wer die CD bis zum Ende hört, wird am Schluss auch noch mit einer originellen Cover-Version von "Abracadabra" (Steve Miller Band) belohnt. (Kulturwoche, Robert Fischer und Barbara Erhart, 03.2010)

Blind Idiot Gods - Animalation
Ein überaus interessanter und spannender Konzertabend steht am 11. Februar im Dornbirner Spielboden auf dem Programm. Interessant deswegen, weil mit Blind Idiot Gods ein Duo zu Gast ist, dass sich gekonnt jeglichen Kategorisierungsversuchen entziehen kann und mit „Animalation“ dieser Tage ein mehr als beachtliches Erstlingswerk veröffentlicht hat. Am 13. Februar gibt im Project Space in der Wiener Kunsthalle eine Wiederholung.
Dass Popmusik nicht zwangsläufig immer an der seichten Oberfläche hängen bleiben muss, sondern sehr wohl auch einen gewissen qualitativen Anspruch erfüllen kann, beweist die Formation Blind Idiot Gods, das Projekt der beiden hierzulande überaus umtriebigen Musiker Martin Philadelphy und Stephan Sperlich. Die beiden Protagonisten sind in der heimischen Musikszene schon lange keine Unbekannten mehr. Martin Philadelphy hat schon zu zahlreichen Anlässen, wie etwa mit seinen Projekt „Paint“ unter Beweis gestellt, welch facettenreicher Musiker und Songschreiber er ist. Genauso wie Stephan Sperlich, der sich bereits hierzulande mit Bands wie Mann über Bord oder 78plus einen Namen machen konnte.
Blind Idiot Gods stellt nicht die erste Zusammenarbeit von Philadelphy und Sperlich dar. Bereits bei der Formation Elektro Farmer werkten der Gitarrist und der Elektroniker gemeinsam. Und was damals schon deutlich erkennbar war, findet in dem neuen Projekt seine Fortsetzung. Martin Philadelphy und Stephan Sperlich kümmern sich recht wenig um irgendwelche stilistische Vorgaben.  Erlaubt ist alles, was der Musik dienlich ist. Ohne irgendwelche Berührungsängste verwebt das Duo mit einer hörbaren Spielfreude unterschiedlichste Elemente aus den Bereichen Jazz, Improvisation, Elektronik und Pop zu einem gefälligen und stimmungsvollen, aber immer facettenreichen Ganzen.
Mit dieser offenen und experimentierfreudigen Herangehensweise unternehmen der Gitarrist und der Elektroniker  zugleich auch den Versuch, die herkömmlichen Strukturen des Pop außer Kraft zu setzen, um so ihre Musik auch einer breiteren Interpretation zugänglich zu machen. Mit „Animalation“ ist den beiden Musikern ein wirklich starkes Stück Musik gelungen. Die Songs verlieren auch nach mehreren Durchläufen nichts an ihrem Reiz. Liebhaber anspruchsvoller Popmusik Klänge sollten sich also zumindest einen dieser Konzerttermine nicht entgehen lassen. (mica, mt, 03.2010

Blind Idiot Gods "Animalation" Pop-Duo in Tiermasken -- 'potenzielle Hits treffen deliziösen Schwachsinn' (Monkey)
»Cups of coffee full of wisdom«, heißt es in "Not An Animal At All" auf dem Debütalbum der Blind Idiot Gods, "Animalation". Und fast scheint es so, als hätten Martin Philadelphy und Stephan Sperlich, die das zweiköpfige Bandprojekt 2009 ins Leben riefen,selbst ein, zwei Schluck dieses Zauberkaffees für sich abgezweigt und dabei ein Stückchen musikalische Weisheit erlangt. Ebenso abwechslungsreich, wie Philadelphys persönlicher Werdegang (mal Straßenmusiker, mal Herodes bei "Jesus Christ Superstar"), gestaltet sich auch die Protagonistenwahl in seinen Liedern: Ratten, Chamäleons, Fische, Vögel und ein gestiefelter Kater spielen die Hauptrollen und natürlich verbirgt sich hinter dieser Tierthematik, die "Animalation" zu so etwas wie einem verqueren Konzeptalbum macht, eine tiefere Bedeutung. Zeilen wie »rats are everywhere« scheinen klar auf Gesellschaftskritik ausgelegt, wirken aber durch ihre tierische Verpackung nicht so durchgekaut wie die üblichen Stücke zum Thema. Auch musikalisch gesehen bewegt sich das Duo auf eher unkonventionellen Pfaden durch einen Dschungel verschiedener Stile, die sie in ihren Liedern mosaikartig zusammensetzen. Rap meets Avantgarde, bluesig-düstere Töne vermischen sich mit fast spanisch anmutenden, jazzigen Gitarreneinspielern und maschinengewehrartigen Sprechgesangssalven, die vor dem Hintergrund der Instrumentation aus Gitarre und Synthesizer, die manchmal den widersprüchlichen Charakter einer Zwei-Mann-Bigband annimmt, nicht einmal deplatziert klingen. Über all dem liegt der Deckmantel eingängiger Popmusik. »Ein Chamäleon zu sein, das ist praktisch«, singt Philadelphy im Eröffnungsstück "Chamaeleon". Im Falle der Blind Idiot Gods scheint es sogar ein stilprägendes Erfolgskonzept zu sein.[je: @@@ Schallplattenmann.de 04.2010]

BLIND IDIOT GODS: ANIMALATION (monkey) Vorsicht Falle 1: Bandname hat nix mit den ollen und grundguten SST-Recken aus St. Louis zu tun, sondern eher mit H.P. Lovecraft. Vorsicht Falle 2: Martin Philadelphy, einer der umtriebigsten und interessantesten jungen österreichischen Aktiven im Bereich der experimentellen und improvisierten Musik, ist darüber hinaus auch ein sehr offener wie bewusster Musiker, der stets in Richtung Song und auch in den in der Improv-Szene völlig verpönten Pop-Begriff hinein operiert. Improv ist neben Pop für ihn die musikalische Königsdisziplin: ja, mein liebes Publikum, wo findet sich denn heutzutage sonst soviel bewusste Offenheit? Dass man sich dabei nicht verbiegen muss, ist für Philadelphy klar: der grandiose Gitarrist teamt sich hier mit dem Tastenspezialisten Stephan Sperlich zusammen und könnte mit diesen großartigen 14 avancierten Song-Tracks womöglich das bislang breiteste Publikum seiner Karriere mit ihrer reichhaltig-diversen Diskografie erreichen. Das hochoriginelle Kompendium zum Bereich Tiere erinnert - wer Haltestangen braucht - entfernt an Tom Waits und Peter Gabriel, ist aber eigenständig wie nix Zweites und macht richtig Spaß. (Terz, M. Maida 05.2010)

Blind Idiot Gods
Wer?
Ein österreichisches Freistilduo - gebildet vom in Wien lebenden Tiroler Sänger und Gitarristen Martin Philadelphy und dem Tastenmann Stephan Sperlich. Was die Herren zuallererst verbunden hat, dürfte neben der Musik eine Liebe zu Tieren gewesen sein. Auf ihrem Album Animalation hat fast jeder Song einen tierischen Hintergrund, wie sich an Songtiteln wie "Elephant Cat", "Rats" oder auch "Not An Animal At All" unschwer ablesen lässt.
Philadelphy galt bislang als wilder Experimentator. Das gibt er für dieses Projekt zwar nicht auf, die in alle Richtungen schießenden Ideen werden diesmal aber in halbwegs sichere Bahnen gelenkt. Vergleiche gefällig? Man kann in den um Schlagzeug und Bass erweiterten, von gut abgehangenen Grooves durchzogenen Stücken zeitweise Tom Waits heraushören, den Electro-Blues der Eeels oder die Stimme von Peter Gabriel. Die Songs variieren dabei stilistisch stark, da jedes Tier seine ureigene Gestalt erhalten soll. Wir hören eine raue, aber auch warm klingende Platte.
"Blind Idiot God ist ein Synonym für Offenheit, Direktheit, Geschenk, Zufall, Hingabe. Das passt schon."
(NOW, Philipp Schmidt 04.2010)