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Der tiroler frank zappa verehrer und solo-entertainer präsentiert sich in seinem debüalbum vom wahnsinn zart gestreift. sprunghafte und sagen wir, kompositorisch mutig auf der gitarre montierte songs treffen auf surreale texte und gebrülltem ausdrucks gesang. der amerikaner nennt das " far out". (Christian Schachinger, Standard 03.1997 )
Donnerstag abend stellte im utopia martin philadelphy seine neue cd " in gnomini et philadelphy amen" vor.schon der pressetext kündigt an ,was auf den geneigten hörer dieser werkes zukommt: eine cd dessen faden man immer wieder verliert. wo objektiven menschen jegliche objektivität abhanden kommt. und genau so ist es: man verliert nicht nur den faden und seine objektivität. es kostet einen sogar übermenschliche kräfte diese cd bis zum bitteren ende anzuhören. soviele sinnlosigkeiten auf einer scheibe sin einfach kaum auszuhalten. allein texte wie " der arschtritt"," das mysterium" oder " kloan und braun" sind kaum zu verkraften. außer man klinkt sein gehirn eine cd lang aus. Martin philadelphys erste cd. sinnlos und unhörbar vorausgegangene presseausschreibung. geschrieben von m. ph.: "eine cd deren faden man immer wieder verliert. wo objektiven menschen jegliche objektivität abhanden kommt. eine eindeutige bis mehrdeutige cd die von einem und mehreren musikern bespielt wurde" (tiroler kurier!!!!! märz 97. u.s.)
Klingt die Eröffnungsnummer noch nach Hubert-von-Goisern-Parodie, so wird es , bald eigenständiger und bleibt im Bereich des Ernstzunehmenden, was insofern auch erfreulich ist. als daß diese Gruppe nicht nur vom Visuellen her, sondern auch textlich/musikalisch mit hintergründigem Humor ausgestattet ist. So klingt's dann, wenn wir schon Vergleiche heranziehen, eher nach Pirchner (wer dessen "Halbes Doppelalbum" kennt ...) als nach Goisern und liegt einerseits damit schon guter Zug! - etwas abseits vom Ö3-Hitparadenappeal, ohne andererseits die Meisterklasse von Graymalkin und Attwenger zu erreichen. So wurde "Dornröschen" wohl noch nie besungen, um anschließend einen Anspieltip zu geben. (Concerto 10.1997)
Martin Philadelphy aus Tirol, der auf "In Gnomini" (Hoanzl) mit seiner Gruppe noch krausere Lieder bietet, die unüberhörbar von seinem Landsmann Pirchner beeinflußt sind. Der Hintern spielt hier auch mit, zum Beispiel in dem schönen Lied vom .Arschtritt. (Vor Magazin 09.1997)
Einer, der auszog, um Bestimmung zu finden! Irgendwo fängt's an! Biologisch gesehen, war das im Falle von Martin Philadelphy der 25. August eines nicht mehr bekannten Jahres, oder gar Jahrhunderts, als er mit "stimmtromentalem Wehgeschrei, wie aus einem Märchen in die Neuzeit katapultiert" das Licht dieser oft sehr unwirtlich erscheinenden Welt erblickte. Ließ es sich in der schönen Berglandschaft Tirols, die sich hier vor dem kleinen Martin ausbreitete, vielleicht doch leben? Diese Frage stellte sich wohl spätestens ab seinem achten Lebensjahr nicht mehr, als es ihm "vergönnt" war, eine fundierte Ausbildung in christlich-katholischen Internaten zu "genießen", die ihn sogleich in heftiges Gestotter verfallen ließ, wohl ahnend welch tote Jahre noch vor ihm liegen sollten.Von den beengenden Mauern hiesiger Lehranstalten befreit, suchte der mittlerweile zum Jüngling Herangereifte zu allererst sein Seelenheil in praktischen Berufen, irrte dabei jedoch orientierungslos zwischen den unterschiedlichsten Professionen hin und her. Vom ALMHIRT zu Nachwuchs-ZAPPA! Vom Pizza-Koch und Eisenbieger, vom Klavierbauer, Schlosser, Almhirt und auch Bergführer hin zum Krankenpfleger; alles hat er gemacht, nur glücklich war er dabei nie. Seine Rettung und Erleuchtung sollte erst mit einem schweren Bergfahrradunfall ihren Anfang nehmen, dieser ließ den arg lädierten und zur Ruhe gemahnten zur Holzgitarre greifen, und sieh' da, nie wieder wollte er sie weg legen. Acht Stunden täglich zwang es ihn zum Üben.Was dabei aber schon nach einer Woche von alleine weg ging, waren alle Zweifel und die 42 Warzen mit denen er seit Jahren kämpfte. Wohl Grund genug dies als die richtige Entscheidung, wenn nicht gar als Omen zu bewerten. Ob harte Schwingungen im "Kreuz-Drüber"-Stil von "PANAROMA", my(s)t(h)ische Klangerfahrungen im oberen "DEZIBEL"-Bereich einer lebenden sechsköpfigen Gitarre oder die eigenen schelmischen Lieder und Weisen über die gar wundersamen schönen Dinge der Natur in dieser und anderen Welten, seiner zwanzig Jahre aufgestauten Kreativität waren fortan keine Grenzen mehr gesetzt. Und sieh'da, sogar weit über die Grenzen unserer kleinen Alpenrrepublik hinaus erhörte man das wohlklingende STIMMTRUMENT des kleinen Philadelphy, und so lud man ihn zu einem Pro-fessoren-Kongreß nach Kopenhagen, um dort seine "Stänzchen" vorzutragen. Einen ARSCHTRITT... Doch selbst davon kann man sich nur sehr beschränkt Essen, geschweige denn Gitarrensaiten kaufen.Was er nun brauchte, war ein Arschtritt, und getreu dem Motto: Keiner kann's so gut wie Du, so füg'es dir gleich selber zu, verpaßte er sich einen solchen, packte seine sieben Sachen und auf ging's in Ostarichis Metropole Wien. Dort inzwischen eingelebt und eingespielt, geht's ihm gut wie nie zuvor. Ein riesen Programm an Solo-Konzerten hat er schon im letzten Jahr in ganz Österreich absolviert, bevor es heuer gemeinsam mit dem HADER auf Tournee geht, die eigene CD, mit Liedern voll schrägem Charme, natürlicher Herzlichkeit, Skurrilität und stets den Schalk im Nacken, natürlich mit im Sack! Ein Arschtritt kann oft Wunder wirken, Liebe und Begeisterung aber noch viel mehr - welch unübertreffliche Mischung aber, wenn alles vereint! - In GNOMINI Patris et PHILADELPHY Sancti; Amen!
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