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review paint2

Foto: Petra Echtlinger

Paint - ein Livekonzept
Paint ist nicht wirklich eine Band im herkömmlichen Sinne, viel mehr das Live-Konzept des Gitarristen Martin Philadelphy. Sein Hang zu frei improvisierter Musik lieferte ihm die Idee zu seinem Live-Konzept mit internationalen Musikern und Künstlern. Man legt sich hier auf keinen Musikstil fest, sondern malt miteinander spontan ein eigenes musikalisches Bild. Paint war und ist in erster Linie Kommunikation - über Grenzen hinweg - und dies auf schnellstmöglichem Weg, wobei Gesetze, Regeln und Formeln, die bei gängigen Jazz-Improvisation-Jams Ausgangspunkt für diverse Kommunikationen sind, völlig entfallen, meint Philadelphy. Das ganze passiert so, dass vor jedem Konzert irgendwelche Stimmungsbilder, Phrasen oder Impulse besprochen und empfunden werden. Jeder Musiker macht sich davon ein Bild und „malt" es dann live on stage mit seinem Instrument. Auch das Publikum wird auf dieser musikalischen Reise mit einbezogen, indem es Impulse für die Performance gibt: sei es durch ein Bild, das zur Bühne gebracht wird und das dann spontan vertont werden soll, oder durch etwaige Zwischenrufe. Wechselnde Mitpainter des Projektes sind Tom Abbs (b), Dave Brandt (dr) und David Wasik (dr) aus den U.S.A., Pavel Fajt (dr, perc) und Jirshi Hradil (keyb.) aus Tschechien. Österreich ist mit Alexander Dostal (dr), Dieter Hampl (b), Jörg Höllwarth (drj und Roland Pickl (akk.guitar) vertreten. Dass das Ganze einen sehr freien und gesetzlosen Charakter hat, versteht sich von selbst, und CONCERTO wünscht dem spannenden und teils skurrilen Projekt alles Gute für weitere Musik-Gemälde. Sigi Schneider (Concerto 04.2003)

Gitarrist Martin Philadelphy, Schlagzeuger Jörg Höllwarth, Bassist Didier Harnpl und Turntabler Christian Martinek werfen einander Begriffe zu, gehen auf die Bühne und versuchen sich musikalisch daran. Das ist Trapezkunst ohne Netz. Doch wenn man die Zurufe in luftigen Höhen vernimmt und versteht, kann das Programm nur gut gehen. Die Beats laufen und halten gefangen. Didier Hampls Basslinien sind wie das Salz in der Suppe, und Philadelphys Gitarrenexkursionen sind die fleischigen Brocken, auf die man sich immer wieder freut, hat man sie aus der Brühe gelöffelt. Das Wort Brühe hat unverständlicher Weise einen negativen Beigeschmack bekommen, dabei weist es nur daraufhin, dass es köchelt, brodelt, eben brüht, und das tut die Soundmalerei von Paint 2 in jedem Fall. Bei CD 2 ist zusätzlich Perkussionist Pavel Fajt zu Gast. Er verfeinert den Jazzrock, der aufgrund seiner prompten Improvisation oft ungewöhnliche Haken schlägt, (bak) (Jazzzeit 06.2003)

Telefonkritik von Christian Schachinger (Standard 03.2003)
"Philadelphy stört immer"

Nicht nur schwarz/weiß Martin Philadelphy ist begnadeter Gitarrist und wird nicht zu unrecht als die "österreichische Ausgabe von Frank Zappa" bezeichnet. Sein Sound lässt sich nicht wirklich einordnen, aber er groovt! 2001 kam es zur Gründung von "Paint". In dieses Projekt legte er sein gesamtes Herzblut und sämtliche musikalische Erfahrung. "Paint" liefert Improvisationen, die weder auf die rockige, bluesige oder jazzige Seite vergessen. Auch live, wo sich Philadelphy und Band vom Publikum inspirieren lassen, ist Paint ein Hochgenuss. Ob auf CD oder live - Paint wird seinem Publikum nichts schuldig bleiben! (Econova 11.2003)