review senzuale

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review senzuale
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Foto: Rania Moslam

Im Duo mit dem Elektroniker Christian Martinek hingegen zeigt sich Philadelphy von einer ganz anderen Saite: Es regiert König Pop, allerdings in allen möglichen und unmöglichen Ausprägungen. Kaum zu fassen was sich da auf einem Album alles ausgeht, von spacigem Elektrofunk mit fake-italienischen Texten über Herzausreißer-lnstrmentals im 80er-Sound bis zum psychedelischen Porn Groove mit (un)zweideutigen SchwerenÖter-Lyrics u.v.m. Produktionstechnisch haben Philadelphy/Martinek ein adäquates Level an retrofuturistischem Thrash erwischt, der dem postmodernen Panorama sogar eine gewisse Homogenität verleiht. Am verblüffendsten aber ist p´s stimmliche Wandlungsfähigkeit (frei nach der EAV: Ein »Drei-Goschen-Opa«), die den Elektizismus der Platte unzweifelhaft plausibilisiert: Hier setzt sich einer nicht bloß eine Maske nach der anderen auf, der IST das alles tatsächlich ... Und auf so entwaffnend sympathische Weise Saubartel zu sein wie
Philadelphy, das muss man erst mal hinkriegen. Scug, Juli 2007, Stephan Sperlich

Philadelphy - Martinek, Senzuale. Gefühl für Ohren. Die Titelnummer zum neuen Album der Tiroler Martin Philadelphy und Christian Martinek ist einer der wohl besten Downbeat-Tracks, die in den letzten Jahren in Österreich zu hören waren. In halbgarem italienisch wird in “Senzuale” über einen einfachen, fast monotonen Beat gesprochen, der sich trotzdem ungemein kraftvoll über fünf Minuten schlängelt. Insgesamt präsentiert sich das album als entspannt trashig pruduzierter und abwechslungsreicher Mix an musikalischen Einflüssen, die sich nur schwer in eine Kategorie pressen lassen. Von 80er-Jahre-Gitarrenriffs über Discobeats bis zu leicht verdaulichem Elektropop reicht die Spannweite des Albums, auf dem sich Martin Philadelphy auch gesanglich als sehr wandelbar darstellt. Auch wenn die eine oder andere Nummer wie etwa “Solero” ein bisschen zu sehr dahinplätschert, hat Senzuale auch tanzbare Momente. Eine vielseitige Platte, die hoffen lässt, dass die dritte Philadelphy - Martinek Kollaboration nicht ihre letzte sein wird. Tiroler Tageszeitung; Juli 2007 (as)

Philadelphy/Martinek Senzuale/ Delphy Entertainment Rekords
Der Gitarrist Martin Philadelphy macht seit Jahren von sich Reden. Egal ob als Jazzmusiker, als Master of Zere-mony bei »Paint«, im Gitarrenquartett Dezibel, oder mit seinen hochwertigen Popmusikprojekten. Mit dem Programmierer und Synthler Christian Martinek hat er einen musikalisch gebildeten Begleiter an seiner Seite, der Philadelphys Gitarrensounds richtig verpackt. Egal ob bei HipHop und TripHop, Reggae, deutschsprachigen und italienischen Songs, es entstehen bei Philadelphy/ Martinek wirklich gute Popsongs, abseits von ausgelutschten Sample und DJ Pfaden. Irgendwann wird das auch im Radio mit Airplay honoriert werden (an dieser Stelle sei auch sein genialer Musik-Videoclip erwähnt, der leider bisher nur belegt, wieviel Gutes uns von den Medien oft vorenthalten wird). Bis dahin sei allen dieser Tonträger als Geheimtipp ans Herz gelegt. Einfach tolle Musik, Pop auf höchstem Niveau, mit jeder Menge Groove und Soul - und hohem Spaßfaktor, (bak)I

Musikarbeiter unterwegs - mit dem Überzeugungsmusiker Philadelphy
Tu Felix Philadelphy Sound!
Der in Innsbruck geborene Martin Philadelphy kauft 1992 seine erste Gitarre. Seither macht er viel und unterschiedlichste Musik, die sich Schubladen verweigert.
78 Stunden pro Tag und Energie für 80
Als wir uns treffen, steht Martin Philadelphy - Gitarrist und »gsungen hab i imma« - kurz vor einer Portugaltournee mit der Formation »Missing Dog Head« mit Helge Hinteregger und Drummer Gustafo Costas. »Wir nehmen dann auch auf.« Auf dem Tisch die aktuelle CD von Phildaelphy-Martinek, »Senzuale«, auf Martins eigenem Label Delphy Entertainment Rekords. Eine der zugänglichsten von den vielen Musiken, an denen Martin parallel schraubt, deren Spektrum schon bei den ersten vier Tracks von einem verdammt groovy Stück, zu dem ein leicht aus der Spur geratener Adriano Celentano vokalisiert (das Titelstück), bis zu einer wunderbar-fließenden Übung zwischen Minimal Music und Easy Listening (»Solero«) reicht.
Wie hier die musikalischen Ideen sprudeln, sprudeln aus Martin Anmerkungen zu den vielen Konstellationen, in denen der 71 in Innsbruck geborene Musiker, der seit 94/55 in Wien lebt wirkt. Zu Paint, seinem Jazzact (und es wäre nicht Philadelphy, wäre nicht ein »im weitesten Sinne« anzufügen). Zu 6to6 String Dezibel, bei denen 6 Gitarristen mit Drummer jeweils eine Saite und großteils durchkomponiertes Material spielen. (»Notation?« »Ja, auf meine Art!«). Von seinem neuesten Brainchild ist die Rede, Dog Stevens, der Singer/Songritter, eine Sologeschichte, mit der er kurz nach der Portugaltournee debütieren wird. Von drei Konstanten, die Martin in seiner Musik immer repräsentiert sehen will. »Virtuosität, Aussage und Witz«.
Er erzählt aus seinem Musikerleben. Von New York (»Da ist mehr Solidarität, weil es allen gleich Scheiße geht«), wo Martin immer wieder spielt. Philadelphy, der für die Musik auf vieles verzichtet, ohne deswegen in eine Märtyrerpose zu verfallen (»Ich bin ein perfekter Wohnungsaufpasser«), bleibt ob der Fülle seiner Aktivitäten schwer zu fassen. Was ihn nicht hindert, mit voller Power weiter Ideen zu entwickeln und diese, anders als so viele Dampfplauderer, auch umzusetzen. Was an Geld hereinkommt mit der Musik, geht wieder in die Musik. Nicht zuletzt weil diese seine Musik oft in inhaltlich nicht unumstrittenen Traditionen steht - Zappa! -, bleibt er dabei medial eher stiefmütterlich behandelt, eben als »der Philadelphy« wahr-, aber nicht immer ernst genommen. Aber auch darüber beklagt er sich nicht, sondern kommt damit klar, wenn negative Kritiken wenigstens Auseinandersetzung mit der Musik reflektieren. Natürlich arbeitet er letztlich darauf hin, mit seiner Musik ein Level zu erreichen, bei dem er nicht länger das materielle Existenzminimum öfter unter- als überschreitet. Aber noch (lange) krampft sich Martin Philadelphy nicht ein. Er hat ja seine Musik -und für die hat der Tag ohnehin zu wenige Stunden.
Rainer Krispel, Augustin, Juli 2007
Philadelphy - Martinek »Senzuale« (Delphy Entertainment Records / Soul Seduction)

Sinnlich
Philadelphy - Martinek: Senzuale Delphy/Soulseduction
Zwischen März und Dezember 2006 haben Martin Philadelphy und Chris Martinek sich immer wieder im Haller Kulturzentrum Stromboli eingebunkert, um an den 13 Songs ihrer aktuellen Platte „Senzuale" zu basteln, Die Zwei-Mann-Combo, seit dem Jazzpunk-Projekt „Paint" immer wieder im trendresistenten Duett unterwegs, sucht den Punk in der Discomusik - zumindest ideell. Philadelphy (Gitarre. Gesang) und Martinek (Elektroniker, DJ, Soundwerkler) grooven durch House. Dub, Gitarrenpop und sanften Rock, darüber wird in so mancher Weltsprache philosophiert. Tanzbarer als die Vorgänger, ist „Senzuale" wieder ein mutiger Farbklecks in der österreichischen Clubmusik-Szene. Weiter so, die Herren, 6020, das magazin (mr), 07.2007