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Solo Kloan und braun

Foto: Manfred Raggl

Foto: Andreas Gschwendner

Unprovinzielles aus der "Provinz"
Martin Philadelphy und Jochen Hampl spielten eigene Songs.
In der "Provinz" in der Jahnstraße finden neben Theater- und Revueaufführungen noch allerlei andere Veranstaltungen statt. Kürzlich gastierten dort mit Martin Philadelphy und Jochen Hampl zwei Innsbrucker Szenemusiker, die jeder für sich ein ausgesprochenes Original darstellen. Während Jochen Hampl in jüngster Zeit vor allem durch seine Band HCL von sich reden gemacht hat, ist Martin Philadelphy wohl nur einem sehr engen Freundeskreis ein Begriff.
Als Geheimtip, der noch von sich reden machen sollte, verkörpert er den Typ des frisch-frechen Liedermachers, der mit der Unbekümmertheit der Jugend, aber mit dem Scharfblick eines kritischen Zeitgenossen unser aller kleine, menschliche Schwächen treffend bloßzulegen vermag.
Mit dem allgegenwärtigen Schalk im Nacken, der auch vor seiner eigenen Person nicht haltmacht, gelingt es Philadelphy vortrefflich, die Menschen zum Lachen zu bringen. Dabei bedient er sich einerseits sanfter Ironie, mit gelegentlich leicht spöttischem Unterton, die sich aber andererseits bis hin zu Monty-Python 'scher Skurrilitat zu steigern vermag.
Wird aus Martin Philadelphy ein Tiroler Ringsgwandl? Die Anlagen dazu sind vorhanden, was er daraus zu machen imstande ist, wird die Zukunft weisen...
(Martin Volgger, Tiroler Tageszeitung 1996)

PHILADELPHY ZIEHT SEIN DING DURCH
...und zwar seit geraumer Zeit aus verschiedenen guten Gründen in Wien im klassisch angehauchten Umfeld der Absolvententruppe "Die Knödel" mit denen er neulich eine Konzertreise durch ö-Reich unternahm: "Die Innsbrucker Szene arbeitet schon an der Sache, das Utopia muss zusehen, dass es nicht absackt, Innsbruck ist für mich aber zum Arbeiten weniger gut, zum Urlaubmachen super..." Martin Philadelphy brauchte einen Arschtritt bis er sich vor ca. 4 Jahren entschloß, seiner Berufung zum deutschsingenden Holzgitarristen zu folgen und in Milano als Straßenmusiker ohne Italienischkenntniss in eine Anlaufphase zu treten. "Ich hatte schon einen richtigen Händekomplex  42 (!) wildeste Furunkel und Warzen an beiden Händen, ein wilder Kampf über zwei Jahre mit den Dingern und dann noch ein Bergfahrradunfall da hob' ich mir endlich eine Gitarre gekauft und angefangen 8 Stunden tagein, tagaus zu proben und von einem Tag auf den anderen waren alle Furunkel und Warzen weg, das war die Bestätigung, dass ich das Richtige in die Hand genommen habe und wenn es so nicht stimmt, dann geht's mir heute trotzdem gut..." Trotz immerhin 32 Soloauftritten heuer ist es ziemlich zach sich in Ö-Reich als Musliter durchzuschlagen, "da wird man hauptsächlich obidruckt bis sie sehen er steigt und steigt und dann tun sie meistens doch mit".
Gelungene Soloauftritte in Innsbruck mit eigenen, ungewöhnlichen Liedern und schrägem Charme, natürlicher Herzlichkeit bis hin zur Skurrilität und stets den Schalk im Nacken bescherten Erfreuliches: "Im vergangenen Herbst wurde ich auch aufgrund gewissen Massenmedienechos (TT/ORF) zum Kongreß von -100 dänischen HAK/HAS-Professoren nach Kopenhagen eingeladen, spielte dort auf und einige meiner Texte werden jetzt im dortigen Deutschunterricht verwendet. "
Mit seinen Bandkollegen von PANAROMA ( gab es neulich ein durchaus CD-reifes Tape "Songs for your personal Deo" mit einigen auch literarischen Highlights: " ln deinem Kopf wächst ein Apfelbaum" und dem frühneuzeitlichen Barockfetzer "Um 1700", aber " eine derartige Tonträger Produktion muß man eben so machen, dass sie einem nichts kostet. Jetzt spielen wir ein halbes Jahr nicht mehr, weil einer nach London, einer auf die Alm geht, abgesehen davon, dass wir sowieso zu wenig proben. Sicher bin ich durch das Umfeld in Wien mit den ganzen Supermusikern irgendwie verwöhnt, aber die Möglichkeiten von Panorama mit 5 Musikern werden einfach zu wenig ausgenützt; wenn ich da an mein Duo-Projekt denke, was man mit 2 Stimmen und 2 akustischen Gitarren alles machen kann. Da knackst du 5 Stunden an einem einzigen Teil herum, da vergeht die Zeit wie im Flug und mit der Band vergehen 2 Stunden oft einfach pffft... Insgesamt mit der Band zur Zeit nicht so befriedigend, ich muß eher was reinzahlen. * Zappa-Fan oder ein geistlicher Verwandter des Genies?. Egal, Gemeinsam mit Florian Kmet versucht das Gitarren-Duo BROTHERS OF DIMENSION den Schmäh und das Feeling des Großmeisters in den Konzertraum zu zaubern.
(Büro Didierot, Richi Bock 1996)